
Wenn der Rollstuhl mit nach oben soll, fällt der Sitzlift aus. Ein Plattformlift trägt Rollstuhl und Nutzerin gemeinsam auf einer Plattform schräg an der Treppe entlang — an einer geraden Treppe ab rund 9.750 Euro.
Ob Sie überhaupt einen brauchen, entscheidet aber nicht der Katalog, sondern der Höhenunterschied. Bei drei Stufen zur Haustür ist meist ein Hublift das richtige Gerät, und der kostet weniger.
Das Wichtigste zusammengefasst
- Der Höhenunterschied entscheidet, nicht der Produktname. Bis etwa 1,80 Meter ein Hublift, über einen Treppenlauf der Plattformlift, über mehrere Etagen ein Senkrechtlift.
- Ab 9.750 Euro kostet ein Plattformlift an der geraden Treppe über eine Etage, ab 15.750 Euro an der kurvigen. Grobe Orientierungswerte aus eigener Recherche zu Anbieterpreisen, Stand August 2026.
- Herstellernahe Angebote liegen 15 bis 30 Prozent höher als die Zahlen der Vergleichsportale. Rechnen Sie mit der oberen Hälfte der Spanne.
- 4.180 Euro Zuschuss zahlt die Pflegekasse je pflegebedürftiger Person ab Pflegegrad 1 nach § 40 Abs. 4 SGB XI — und dieser Betrag bleibt nach § 30 SGB XI bis Ende 2027 unverändert. (Stand: August 2026)
- Der KfW-Zuschuss 455-B ist geschlossen. Seit dem 31. Juli 2026 sind keine Anträge mehr möglich (KfW-Produktseite 455/)). (Stand: August 2026)
- Im privaten Wohnhaus ist in der Regel keine TÜV-Prüfung vorgeschrieben. Die verbreitete 3-Meter-Regel betrifft den Hersteller, nicht Sie als Betreiber.
Inhaltsverzeichnis
- Plattformlift, Hublift oder Senkrechtlift — was Sie brauchen
- Was der Lift kostet
- Was der Betrieb kostet
- Passt der Lift auf Ihre Treppe?
- Genehmigung, Mietwohnung, Eigentümergemeinschaft
- Zuschüsse: 4.180 Euro von der Pflegekasse
- Kaufen, mieten oder gebraucht
- Häufige Fragen
Plattformlift, Hublift oder Senkrechtlift — was Sie brauchen
Drei Geräte lösen dasselbe Problem, und im Markt werden ihre Namen durcheinander benutzt. Der Unterschied liegt in der Bewegungsrichtung und im Höhenunterschied, den sie überbrücken.
| Ihre Situation | Passendes Gerät | Bewegung |
|---|---|---|
| Höhenunterschied unter etwa 30 cm | Rampe prüfen, oft die günstigste Lösung | — |
| Wenige Stufen bis etwa 1,80 m: Hauseingang, Terrasse | Hublift (Hebebühne) | senkrecht, neben der Treppe |
| Ein Treppenlauf über eine Etage, gerade oder kurvig | Plattformlift | schräg, an der Treppe entlang |
| Mehrere Etagen, kein nutzbarer Treppenlauf | Senkrechtlift (Homelift) | senkrecht, eigene Umhausung |
Ein wichtiger Hinweis zur Begriffsverwirrung: „Plattformlift“ beschreibt den Lastträger, nicht die Fahrtrichtung. Es gibt auch senkrecht fahrende Plattformlifte — das ist dann technisch ein Hublift mit größerer Förderhöhe. Wer beim Anbieter danach fragt und dabei drei Stufen meint, bekommt deshalb häufig ein Angebot über das Doppelte des Nötigen.
Der Plattformlift an der Treppe
Die Plattform klappt zum Auffahren aus und liegt in Ruhestellung an der Wand. Der Rollstuhl bleibt besetzt, Umsteigen entfällt. Für die gerade Treppe wird die Schiene aus Standardteilen gefertigt, für die kurvige millimetergenau für Ihre Treppe — daher der Preisunterschied.
Die Tragkraft liegt bei gängigen Modellen bei 300 Kilogramm (Herstellerangabe Lifta Plateau Flexa, Stand 08/2026). Das trägt auch schwere Elektrorollstühle. Wenn Sie dazu Fragen haben, hilft unser Beitrag dazu, was ein Treppenlift tragen muss.
Der Hublift für wenige Stufen

Der Hublift fährt senkrecht und braucht keine Schiene. Er steht neben der Treppe und lässt den Eingang für alle anderen frei. Für den typischen Fall — drei bis fünf Stufen zur Haustür — ist er meist die passendere und günstigere Lösung. Draußen kommt ein Fundament dazu; mehr dazu im Beitrag zum Lift im Außenbereich.
Der Senkrechtlift für mehrere Etagen
Der Senkrechtlift ist eine andere Größenordnung: eigene Umhausung, mehrere Etagen, oft ein Eingriff in die Decke. Er wird interessant, wenn kein Treppenlauf zur Verfügung steht oder die Treppe zu schmal ist.

Eine Einordnung, die selten jemand ausspricht: Ein Plattformlift macht ein Haus nicht barrierefrei im Sinne der Norm. DIN 18040-2 fordert für die barrierefreie Erschließung einen Aufzug. Die VDI 6008 Blatt 4 bewertet Schrägaufzüge für Rollstuhlnutzende im Bestand nur als bedingt geeignet. Er ist eine gute Bestandslösung — aber wenn Ihnen jemand eine Wohnung als „barrierefrei nach DIN“ verkauft und dabei auf einen Treppenlift zeigt, stimmt das nicht.
Was ein Plattformlift kostet
Der Preis hängt an drei Dingen: Treppenform, Anzahl der Etagen und Ausstattung. Die Treppenform ist der größte Hebel.
| Treppenverlauf | 1 Etage | 2 Etagen | 3 Etagen |
|---|---|---|---|
| gerade Treppe | ab 9.750 € | ab 14.625 € | ab 19.500 € |
| kurvige Treppe | ab 15.750 € | ab 23.625 € | ab 31.500 € |
Die kurvige Treppe kostet rund 60 Prozent mehr als die gerade. Der Grund ist die Schiene: Sie wird für genau eine Treppe gefertigt und lässt sich nicht anpassen.
Warum die Zahlen im Netz so weit auseinanderliegen
Wir haben in unserer Recherche die Preisangaben von sechs Portalen und Herstellern verglichen. Das Ergebnis lohnt eine Warnung:
| Quelle | gerade Treppe, innen |
|---|---|
| Vergleichsportale | 8.500 bis 15.000 € |
| Hersteller und Vertriebspartner | 11.000 bis 18.000 € |
Herstellernahe Quellen liegen systematisch 15 bis 30 Prozent über den Portalen. Wer mit 9.000 Euro plant, plant knapp. Rechnen Sie mit der oberen Hälfte der Spanne und lassen Sie sich den Preis für Ihre Treppe konkret ausrechnen.
Hublift und Senkrechtlift
Für diese beiden Geräte können wir Ihnen keinen belastbaren Richtpreis nennen. Die Zahlen, die im Netz kursieren, reichen beim Hublift von 5.000 bis 20.000 Euro — ohne Angabe, welche Förderhöhe gemeint ist, und ohne Methode. Eine Herstellerangabe, die diese Spanne trägt, haben wir nicht gefunden. Die Förderhöhe ist hier der entscheidende Preisfaktor: Ein Hublift für 60 Zentimeter und einer für 1,80 Meter sind verschiedene Geräte.
Was der Betrieb kostet
Der Kaufpreis ist nicht die einzige Zahl. Drei Posten laufen weiter.
Wartung: 200 bis 500 Euro im Jahr. Das ist die Spanne, die Anbieterportale übereinstimmend nennen. Draußen liegt sie höher als drinnen. Lassen Sie sich vor der Unterschrift geben, was der Wartungsvertrag kostet, wie lange er läuft und ob Verschleißteile enthalten sind.
Strom: kein belastbarer Wert. Die kursierenden 30 bis 80 Euro im Jahr stammen ausschließlich von Anbieterseiten ohne nachvollziehbare Rechnung. Verlangen Sie die Leistungsaufnahme im Angebot, dann können Sie es selbst überschlagen.
Prüfung: im Privathaushalt meist keine. Hier steht im Netz überwiegend Verkürztes. Verbreitet ist die Aussage, ab drei Metern müsse der Lift zum TÜV. Die 3-Meter-Schwelle stammt aber aus Anhang IV der EU-Maschinenrichtlinie und betrifft das Prüfverfahren des Herstellers, nicht Ihre Pflichten als Betreiber.
Eine wiederkehrende Prüfung nach der Betriebssicherheitsverordnung greift nach Auskunft des Landesamts für Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen nur, wenn die Anlage gewerblichen oder wirtschaftlichen Zwecken dient oder Beschäftigte gefährdet werden können (KomNet-Dialog 43531). Im selbst genutzten Einfamilienhaus ist das in der Regel nicht der Fall.
Im vermieteten Mehrfamilienhaus ist die Lage nicht eindeutig geklärt. Fragen Sie dort vor dem Einbau bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde nach. Die regelmäßige Wartung nach Herstellervorgabe bleibt in jedem Fall sinnvoll — sie ist etwas anderes als eine behördliche Prüfung.
Eine offene Frage, die wir nicht beantworten können: Ob die Anlage der Wohngebäudeversicherung gemeldet werden muss, ließ sich nicht belegen. Keine der von uns geprüften Quellen beantwortet das. Fragen Sie Ihren Versicherer, bevor der Lift steht.
Passt der Lift auf Ihre Treppe?
Diese Frage wird im Netz fast überall falsch beantwortet. Häufig heißt es, eine Treppenbreite von 90 bis 110 Zentimetern sei „gesetzlich vorgeschrieben“. Das ist so nicht richtig.
Ausgangspunkt ist die DIN 18065 für Gebäudetreppen: Eine notwendige Treppe hat mindestens 100 Zentimeter nutzbare Laufbreite, in Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen mindestens 80 Zentimeter. Den rechtlichen Rahmen setzt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.
| Angabe | Wert | Was es ist |
|---|---|---|
| Treppenbreite gerade, privat | ab 90 cm | Herstellerangabe zum Platzbedarf |
| Treppenbreite kurvig, privat | ab 100 cm | Herstellerangabe zum Platzbedarf |
| Treppenbreite öffentliches Gebäude | ab 110 cm | Herstellerangabe zum Platzbedarf |
| Plattform eingeklappt | 20 bis 30 cm | Herstellerangabe |
| Freie Fläche vor der ersten Stufe | 120 bis 140 cm | Herstellerangabe |
Der eigentliche Maßstab ist nicht die Treppenbreite, sondern die Restlaufbreite: Was bleibt übrig, wenn die Plattform eingeklappt an der Wand liegt? Denn das Treppenhaus ist im Ernstfall der Rettungsweg.
In der Praxis verlangen Bauaufsichten häufig eine verbleibende Laufbreite von 60 Zentimetern im Ein- und Zweifamilienhaus und 100 Zentimetern im Mehrfamilienhaus (Treppenliftagentur, abgerufen am 17.08.2026). Das ist Branchenpraxis, keine bundeseinheitliche Norm: Die Treppenmaße regelt die DIN 18065, den rechtlichen Rahmen setzen die 16 Landesbauordnungen der Länder. Im Zweifel entscheidet die Bauaufsicht Ihrer Kommune. (Stand: August 2026)
Rechnen Sie einfach nach: Treppenbreite minus 20 bis 30 Zentimeter für die eingeklappte Plattform. Bleiben in Ihrem Einfamilienhaus 60 Zentimeter übrig, sind Sie auf der sicheren Seite. Ist Ihre Treppe knapper, lohnt der Blick auf Lösungen für schmale Treppen.
Genehmigung, Mietwohnung, Eigentümergemeinschaft
Im eigenen Haus, innen. Ein Lift bis drei Meter Förderhöhe, der keine tragenden Bauteile berührt und den Rettungsweg frei lässt, ist in vielen Bundesländern verfahrensfrei. Verlassen Sie sich nicht darauf: Es ist Landesrecht, und die Quellenlage dazu ist uneinheitlich.
Draußen. Hier widersprechen sich die Angaben deutlich. Manche Anbieter schreiben, ein Außenlift sei immer genehmigungspflichtig, andere, eine Bauanzeige genüge meist. Wir können das nicht auflösen. Der belastbare Rat lautet deshalb anders: Klären Sie es vor der Unterschrift, und lassen Sie sich schriftlich geben, wer die Genehmigung besorgt und wer sie bezahlt. Seriöse Anbieter übernehmen das.
Zur Miete. Nach § 554 BGB haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihr Vermieter bauliche Veränderungen zur Barrierereduzierung gestattet. Ablehnen darf er nur, wenn die Maßnahme ihm auch unter Würdigung Ihrer Interessen nicht zuzumuten ist. Wichtig: Abweichende Vereinbarungen zu Ihrem Nachteil sind unwirksam — eine Klausel im Mietvertrag, die das ausschließt, greift nicht. Der Rückbau beim Auszug bleibt allerdings Ihre Sache, und der Vermieter darf dafür eine Sicherheit verlangen. Mehr dazu unter Zustimmung des Vermieters.
In der Eigentümergemeinschaft. Nach § 20 Abs. 2 WEG kann jeder Eigentümer angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Bundesgerichtshof hat das am 9. Februar 2024 gestärkt: Eine „grundlegende Umgestaltung“ ist bei solchen Maßnahmen typischerweise nicht anzunehmen, und die Kosten sind für das Bestehen des Anspruchs grundsätzlich ohne Bedeutung, weil ohnehin der Antragsteller sie trägt (BGH, V ZR 33/23 und V ZR 244/22).
Die Konstellation, die fast alle Ratgeber übergehen: Wenn Sie zur Miete in einer Eigentumswohnung wohnen und der Lift ins Treppenhaus soll, reicht die Erlaubnis Ihres Vermieters nicht. Das Treppenhaus ist Gemeinschaftseigentum. Ihr Vermieter muss zusätzlich einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft herbeiführen. Rechnen Sie dafür Zeit ein. Die Rechtslage im Mehrfamilienhaus haben wir gesondert aufgeschrieben.
Zuschüsse: 4.180 Euro von der Pflegekasse
Pflegekasse. Liegt ein Pflegegrad vor, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Leben mehrere pflegebedürftige Personen in einer Wohnung, gilt der Betrag je Person; der Gesamtbetrag je Maßnahme ist auf 16.720 Euro begrenzt.
Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad 1 bis 5 — nicht erst Pflegegrad 2, wie es an mancher Stelle steht (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Der Zuschuss kommt von der Pflegekasse, nicht von der Krankenkasse. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. (Stand: August 2026)
Eine Planungshilfe, die sonst niemand nennt: Nach § 30 SGB XI steht die nächste Anpassung der Leistungsbeträge erst zum 1. Januar 2028 an. Die 4.180 Euro gelten nach heutiger Rechtslage also unverändert durch 2026 und 2027. Wer den Umbau über zwei Jahre streckt, muss keinen sinkenden Zuschuss einkalkulieren.
KfW-Zuschuss 455-B: derzeit nicht beantragbar. Die Bundesmittel für 2026 sind ausgeschöpft, seit dem 31. Juli 2026 ist keine Antragstellung mehr möglich (KfW-Produktseite 455/), geprüft am 16.08.2026). Die KfW rechnet frühestens 2027 mit neuen Mitteln. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. (Stand: August 2026)
Das ist wichtig, weil mehrere große Ratgeberseiten diesen Zuschuss im August 2026 noch als verfügbar führen.
KfW-Kredit 159. Der zinsgünstige Kredit „Altersgerecht Umbauen“ ist weiter verfügbar und wird von der KfW ausdrücklich als Alternative genannt. Den Zinssatz nennen wir hier bewusst nicht — er wird am Tag der Zusage festgelegt. Die aktuellen Konditionen stehen auf kfw.de/159. Der Antrag läuft über Ihre Hausbank, vor Vorhabensbeginn.
Steuer. Nach § 35a Abs. 3 EStG können Sie 20 Prozent der Handwerkerleistungen absetzen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Es zählt nur der Lohnanteil, nicht das Material, und Sie brauchen eine Rechnung sowie eine unbare Zahlung — Barzahlung schließt den Abzug aus.
Ein Punkt, der real Geld kostet und in kaum einem Ratgeber steht: § 35a Abs. 3 Satz 2 EStG schließt Maßnahmen aus, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Der KfW-Kredit 159 und der Steuerabzug nach § 35a schließen einander für dieselben Aufwendungen also aus. Rechnen Sie beides gegeneinander, bevor Sie sich festlegen.
Alle Wege im Überblick stehen in unserer Übersicht zu den Zuschüssen für den Treppenlift.
Kaufen, mieten oder gebraucht
Mieten wird häufig als günstiger Einstieg dargestellt. Rechnen Sie nach. Übliche Konditionen sind rund 300 Euro im Monat plus eine Anzahlung in Höhe von etwa dem halben Kaufpreis, bei einer Laufzeit von meist höchstens drei Jahren.
36 Monate zu 300 Euro sind 10.800 Euro — zusätzlich zur Anzahlung, und danach geht das Gerät zurück. (Beispielrechnung auf Basis marktüblicher Konditionen, Stand August 2026.) Miete lohnt bei absehbar kurzem Bedarf, etwa nach einer Operation oder in der Übergangspflege. Bei dauerhafter Einschränkung ist der Kauf fast immer günstiger. Wann sich Mieten lohnt, haben wir gesondert aufgeschrieben.
Gebraucht ist die zweite verbreitete Hoffnung, und hier müssen wir eine gängige Zahl gerade rücken. Überall steht „30 bis 50 Prozent sparen“. Die Preislisten der Anbieter selbst zeigen etwas anderes:
| Variante | neu | gebraucht | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| gerade Treppe | 8.500 € | 7.500 € | rund 12 % |
| kurvige Treppe | 12.000 € | 11.000 € | rund 8 % |
Der Grund ist technisch: Bei einer kurvigen Anlage ist die Schiene für genau eine Treppe gefertigt. Wiederverwendbar sind im Wesentlichen Antrieb und Plattform, und die Schiene muss neu gebaut werden. Je verwinkelter Ihre Treppe, desto weniger bringt der Gebrauchtkauf. Worauf es beim gebrauchten Lift sonst noch ankommt, steht dort.
Was der Lift für Ihre Treppe kostet, zeigt nur ein Aufmaß vor Ort. Fordern Sie drei Angebote an und vergleichen Sie sie nebeneinander — bei kurvigen Anlagen liegen die Angebote für dieselbe Treppe oft mehrere tausend Euro auseinander.
Drei Angebote vergleichen — kostenlos, unverbindlich, herstellerunabhängig.
Partnerhinweis: Wir leiten Ihre Anfrage an Fachbetriebe weiter und erhalten dafür eine Vergütung. Für Sie entstehen keine Kosten. Bezahlt werden wir für die Weiterleitung, nicht für den Auftrag.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Plattformlift und Hublift?
Der Plattformlift fährt schräg an der Treppe entlang und überbrückt einen ganzen Treppenlauf. Der Hublift fährt senkrecht, steht neben der Treppe und eignet sich für Höhenunterschiede bis etwa 1,80 Meter. Für wenige Stufen am Hauseingang ist der Hublift meist die günstigere und passendere Lösung.
Wie breit muss die Treppe sein?
Hersteller nennen als Planungswert ab 90 Zentimeter für gerade und ab 100 Zentimeter für kurvige Treppen. Entscheidend ist aber die Restlaufbreite bei eingeklappter Plattform, weil das Treppenhaus Rettungsweg bleibt. Bauaufsichten verlangen dafür häufig 60 Zentimeter im Einfamilienhaus. Verbindlich entscheidet die Bauaufsicht Ihrer Kommune.
Zahlt die Pflegekasse den Lift?
Ja, bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Bei mehreren pflegebedürftigen Personen in einer Wohnung gilt der Betrag je Person, gedeckelt auf 16.720 Euro. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. (Stand: August 2026)
Gibt es 2026 noch einen Zuschuss der Förderbank?
Nein. Der KfW-Investitionszuschuss 455-B nimmt seit dem 31. Juli 2026 keine Anträge mehr an, die Bundesmittel sind ausgeschöpft (KfW-Produktseite 455/)). Die KfW rechnet frühestens 2027 mit neuen Mitteln. Verfügbar bleibt der zinsgünstige Kredit 159. (Stand: August 2026)
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Im eigenen Haus und innen ist ein Lift bis drei Meter Förderhöhe in vielen Bundesländern verfahrensfrei, sofern der Rettungsweg frei bleibt. Für Anlagen im Außenbereich gehen die Angaben auseinander. Klären Sie es vor der Unterschrift beim Bauamt und lassen Sie schriftlich festhalten, wer die Genehmigung besorgt.
Darf ich als Mieter einen Lift einbauen lassen?
Nach § 554 BGB haben Sie einen Anspruch auf Gestattung, den der Vermieter nur bei Unzumutbarkeit ablehnen darf. Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung und soll der Lift ins Treppenhaus, braucht es zusätzlich einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Den Rückbau beim Auszug tragen Sie.
Muss der Lift regelmäßig zum TÜV?
Im privat genutzten Wohnhaus in der Regel nicht. Die verbreitete 3-Meter-Regel betrifft das Prüfverfahren des Herstellers, nicht Ihre Betreiberpflichten. Eine wiederkehrende Prüfung greift nach Auskunft der Arbeitsschutzbehörde nur bei gewerblicher Nutzung oder Gefährdung von Beschäftigten. Die Wartung nach Herstellervorgabe bleibt davon unberührt.
Bildquellen
- Titelbild: Plattformlift für Rollstuhlfahrer in einem Eigenheim (Symbolbild, erstellt mit KI) — © Altersgerecht Modernisieren
- Hublift zum Eingangsbereich (erstellt mit KI) — © Altersgerecht Modernisieren
- Senkrechtlift mit Kabine in einem Eigenheim (Symbolbild, erstellt mit KI) — © Altersgerecht Modernisieren
Quellen
- § 40 Abs. 4 SGB XI, gesetze-im-internet.de, geprüft 16.08.2026
- § 30 SGB XI, Dynamisierung der Leistungsbeträge, gesetze-im-internet.de, geprüft 17.08.2026
- KfW, Produktseite Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss 455/), geprüft 16.08.2026
- § 35a EStG, gesetze-im-internet.de, geprüft 17.08.2026
- § 554 BGB, gesetze-im-internet.de · § 20 WEG, gesetze-im-internet.de, geprüft 17.08.2026
- BGH, Urteile vom 09.02.2024, V ZR 33/23 und V ZR 244/22, Pressemitteilung
- § 1 Abs. 1 BetrSichV, gesetze-im-internet.de · Prüfpflicht: KomNet-Dialog 43531, Landesamt für Arbeitsschutz NRW, abgerufen 17.08.2026
- DIN 18065, Gebäudetreppen — Zusammenfassung bei TÜV SÜD, abgerufen 17.08.2026
- DIN 18040-2 und VDI 6008 Blatt 4 — Zusammenfassung bei nullbarriere.de, abgerufen 17.08.2026
- Restlaufbreite im Rettungsweg: Treppenliftagentur, abgerufen 17.08.2026. Branchenpraxis, keine bundeseinheitliche Norm
- Herstellerangaben zu Maßen und Tragkraft: Lifta, Aroundhome, abgerufen 17.08.2026
- Neu-/Gebraucht-Gegenüberstellung: treppenlift-zentrum.de, abgerufen 17.08.2026
- Preisangaben: eigene Recherche zu Anbieterpreisen, Stand August 2026. Grobe Orientierungswerte, keine Angebote
Patrick Herr ist Gründer von ‚Altersgerecht Modernisieren‘. Aus einer persönlichen Familiengeschichte heraus entstanden, unterstützt er heute Eigenheimbesitzer dabei, ihr Zuhause zukunftssicher zu gestalten. “Umbauen statt umziehen” lautet sein Motto. Sein Expertenwissen teilt er regelmäßig als Gastautor für renommierte Portale sowie in seinem Fachbuch „Zuhause für immer“.