Ein barrierearmes Bad kostet schnell 15.000 Euro. Einen Teil davon können Sie über Förderungen für die Badsanierung zurückholen. Mit Pflegegrad kann die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen. Ohne Pflegegrad bleiben Landesprogramme, die Krankenkasse für Hilfsmittel und das Finanzamt. Der KfW-Zuschuss nimmt seit dem 31. Juli 2026 keine Anträge mehr an.

Das Wichtigste zusammengefasst
- Mit Pflegegrad 1 bis 5: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme von der Pflegekasse, laufend beantragbar (§ 40 Abs. 4 SGB XI).
- Mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung: bis zu 4.180 Euro je Person, zusammen höchstens 16.720 Euro je Maßnahme.
- KfW-Zuschuss 455-B: seit dem 31. Juli 2026 geschlossen. Neue Anträge sind nicht möglich, erteilte Zusagen bleiben gültig.
- Ohne Pflegegrad bleiben: Landesprogramme mit eigenen Bedingungen je Land, Hilfsmittel über die Krankenkasse und der Steuerabzug.
- Antrag immer vor Auftragsvergabe. Wer den Auftrag vorher vergibt, riskiert die Ablehnung, denn die Pflegeversicherung leistet erst ab Antragstellung (§ 33 Abs. 1 Satz 2 SGB XI). Bei Landesprogrammen regelt jedes Land selbst, wann Sie beginnen dürfen.
- Kostenvoranschlag: Die Pflegekassen sehen vor, dass der Antrag mit einem Kostenvoranschlag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffer 7.1 Abs. 1). Ein Angebot eines Fachbetriebs reicht dafür; Sie können es über unser Angebotsformular anfordern.
- Pflegekasse und Krankenkasse zahlen Verschiedenes. Den Badumbau bezuschusst die Pflegekasse, Hilfsmittel wie einen Duschsitz zahlt die Krankenkasse.
Inhalt
- Welche Förderung gibt es für den altersgerechten Badumbau?
- Wie hoch ist der Zuschuss für die Badsanierung?
- Zuschuss mit Pflegegrad: 4.180 Euro von der Pflegekasse
- Förderung ohne Pflegegrad
- Landes- und kommunale Förderprogramme
- Sozialamt, Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung
- Welche Kasse zahlt was?
- Welche Maßnahmen beim Badumbau werden gefördert?
- Antrag stellen: Schritt für Schritt
- Kostenvoranschlag für Ihr Bad kostenlos anfordern
- Antrag abgelehnt? So legen Sie Widerspruch ein
- Steuern: was von der Badsanierung absetzbar bleibt
- Mieter: was in der Mietwohnung gilt
- Häufige Fragen
Welche Förderung gibt es für den altersgerechten Badumbau?
Bundesweit kommen fünf Stellen infrage, dazu das Förderprogramm Ihres Bundeslandes. Die Tabelle zeigt für die fünf auch, ob sie gerade Anträge annehmen.
| Stelle | Höchstbetrag | Voraussetzung | Antragsstatus |
|---|---|---|---|
| Pflegekasse | bis 4.180 € je Maßnahme | Pflegegrad 1 bis 5 | laufend beantragbar |
| KfW-Zuschuss 455-B | 10 % von höchstens 25.000 € Kosten | kein Pflegegrad nötig | geschlossen seit 31.07.2026 |
| KfW-Kredit 159 | bis 50.000 € Darlehen | kein Pflegegrad nötig | verfügbar |
| Krankenkasse, nur Hilfsmittel | Hilfsmittel, Zuzahlung 5 bis 10 € je Hilfsmittel, ab 2027 7,50 bis 15 € | ärztliche Verordnung, mit Pflegegrad bei Pflegedienst oder Beratungsbesuch auch Empfehlung einer Pflegefachperson | laufend beantragbar |
| Finanzamt, Handwerkerleistungen | bis 1.200 € Steuerermäßigung im Jahr | Rechnung und Überweisung, nur Arbeitskosten, keine öffentliche Förderung derselben Maßnahme | laufend |
Die beiden wichtigsten Wege schließen sich nicht aus: Wer einen Pflegegrad hat, kann den Pflegekassenzuschuss für die Dusche nutzen und für eine andere Maßnahme einen weiteren Förderweg gehen. Für dieselbe Maßnahme lässt sich dagegen nicht doppelt kassieren.
Wenn Sie Förderwege kombinieren wollen, hilft ein Angebot, das die einzelnen Arbeiten getrennt ausweist.
Wie hoch ist der Zuschuss für die Badsanierung?
Die kurze Antwort: Mit Pflegegrad kann die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen. Leben zwei Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, sind für einen gemeinsamen Umbau zusammen bis zu 8.360 Euro möglich (§ 40 Abs. 4 SGB XI).
Ohne Pflegegrad hängt die Höhe der Förderung vor allem von Ihrem Bundesland ab. In sieben Ländern gibt es einen Zuschuss, in sechs weiteren ein Darlehen. Der KfW-Zuschuss nimmt seit dem 31. Juli 2026 keine Anträge an.
Ein Rechenbeispiel für ein Ehepaar, beide mit Pflegegrad 2, Badumbau für 16.000 Euro:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Kosten des Umbaus | 16.000 € |
| Zuschuss Pflegekasse, Person 1, höchstens | − 4.180 € |
| Zuschuss Pflegekasse, Person 2, höchstens | − 4.180 € |
| Eigenanteil nach dem Zuschuss der Pflegekasse, mindestens | 7.640 € |
Für eine öffentlich geförderte Maßnahme ist die Steuerermäßigung nach § 35a EStG ausgeschlossen, auch für den Teil der Kosten, den die Förderung nicht abdeckt (Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 9. November 2016, Randnummer 23). Ob der Zuschuss der Pflegekasse als öffentliche Förderung im Sinne des § 35a EStG zählt, ist nicht abschließend geklärt.
Welche Kosten bei Ihrer eigenen Badsanierung anfallen, zeigt das Angebot eines Fachbetriebs. Ein solches Angebot fordern Sie kostenlos über unser Angebotsformular an.
Zuschuss mit Pflegegrad: 4.180 Euro von der Pflegekasse
Wer als pflegebedürftig anerkannt ist, hat den direktesten Weg. Die Pflegekasse bezuschusst sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Dazu kann auch ein altersgerechter Badumbau gehören. Der Wortlaut in § 40 Abs. 4 SGB XI lautet:
„Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 4 180 Euro je Maßnahme nicht übersteigen.“
Quelle: § 40 SGB XI, gesetze-im-internet.de
Das Geld ist kein Darlehen. Es wird nicht zurückgefordert und ist nicht zu versteuern.
Ab welchem Pflegegrad besteht Anspruch?
Ab Pflegegrad 1, und zwar mit demselben Höchstbetrag wie bei Pflegegrad 5. Ein höherer Pflegegrad bringt keinen höheren Zuschuss.
§ 40 Abs. 4 SGB XI nennt selbst keinen Pflegegrad, die Vorschrift spricht von Pflegebedürftigen. Dass der Zuschuss schon bei Pflegegrad 1 möglich ist, regelt § 28a Nr. 4 SGB XI: Er zählt die Zuschüsse für das Wohnumfeld ausdrücklich zu den Leistungen bei Pflegegrad 1.
Zusätzlich muss die Maßnahme einen Zweck erfüllen. Das Gesetz verlangt, dass dadurch „im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird“. Eine rein optische Modernisierung fällt damit heraus.

Mehrere Pflegebedürftige: bis zu 16.720 Euro
Leben zwei oder mehr pflegebedürftige Personen zusammen, zahlt jede Pflegekasse ihren eigenen Anteil. Das Gesetz formuliert es so:
„Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, dürfen die Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des gemeinsamen Wohnumfeldes einen Betrag in Höhe von 4 180 Euro je Pflegebedürftigem nicht übersteigen. Der Gesamtbetrag je Maßnahme nach Satz 3 ist auf 16 720 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchsberechtigten anteilig auf die Versicherungsträger der Anspruchsberechtigten aufgeteilt.“
Quelle: § 40 Abs. 4 SGB XI
Bei einem Ehepaar mit je einem Pflegegrad sind das bis zu 8.360 Euro für denselben Umbau. Wichtig: Jede Person stellt einen eigenen Antrag bei ihrer eigenen Pflegekasse. Sind beide bei derselben Kasse versichert, sind es trotzdem zwei Anträge.

Lässt sich der Zuschuss ein zweites Mal beantragen?
Ja, unter einer Bedingung. Das Gesetz begrenzt den Betrag je Maßnahme. Als eine Maßnahme zählen dabei alle Umbauten, die zum Zeitpunkt der Bewilligung nötig sind, auch in verschiedenen Räumen oder in Einzelschritten (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffer 4 Abs. 1).
Ändert sich die Pflegesituation so, dass ein weiterer Umbau nötig wird, können Sie einen neuen Antrag stellen, und die Kasse kann erneut bis zu 4.180 Euro bewilligen (Ziffer 4 Abs. 2).
Entscheidend ist also, ob sich die Pflegesituation verändert hat. Wer vor sechs Jahren die Dusche umbauen ließ und heute wegen einer Verschlechterung ein unterfahrbares Waschbecken braucht, hat gute Argumente. Für dieselbe Maßnahme kommt ein neuer Zuschuss nur infrage, wenn sie ganz unbrauchbar geworden ist und ersetzt werden muss (Ziffer 5.2 Abs. 2).
Ob eine erneute Maßnahme anerkannt wird, entscheidet die Pflegekasse im Einzelfall. Fragen Sie vor dem zweiten Antrag dort nach, welche Nachweise sie erwartet.
Eigenleistung: was bezuschusst wird
Sie dürfen selbst mit anpacken. Bezuschusst wird dann aber nicht Ihre Arbeitszeit.
Wird bezuschusst:
- Materialkosten für Fliesen, Duschelemente, Armaturen, Haltegriffe
- Verdienstausfall von Helfern, sofern nachgewiesen
Wird nicht bezuschusst:
- die eigene Arbeitsleistung und die von Angehörigen
- Barzahlungen ohne Rechnung und Beleg
- Kosten für Werkzeug
Quelle: Infoblatt „Verbesserung Ihres Wohnumfeldes“ der AOK Hessen
Wie Sie den Antrag stellen und wo Sie den Kostenvoranschlag dafür anfordern, erklärt der Abschnitt „Antrag stellen: Schritt für Schritt“.
Förderung ohne Pflegegrad
Ohne anerkannte Pflegebedürftigkeit kann die Pflegekasse den Badumbau nicht bezuschussen. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, verwechselt die Programme.
Vier Wege bleiben. Zwei davon sind derzeit eingeschränkt.
KfW 455-B: seit dem 31. Juli 2026 keine Anträge mehr
Mit dem Investitionszuschuss 455-B förderte die KfW den Abbau von Barrieren, auch ohne Pflegegrad.
Solange das Programm offen war, gab es für einzelne Maßnahmen wie einen Badumbau 10 Prozent der Kosten, berücksichtigt wurden höchstens 25.000 Euro je Wohneinheit. Das ergibt höchstens 2.500 Euro (eigene Rechnung nach dem Merkblatt 455-B in der Fassung 04/2026).
Die Bundesmittel für 2026 sind ausgeschöpft, seit dem 31. Juli 2026 ist keine Antragstellung mehr möglich. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. Ob 2027 wieder Anträge möglich sind, hängt davon ab, ob der Bund neue Mittel bereitstellt.
Die KfW schreibt dazu auf ihrer Produktseite:
„Sollten im Jahr 2027 erneut Bundesmittel für barrierereduzierende Maßnahmen bereitgestellt werden, wird eine Antragstellung wieder möglich sein.“
Quelle: KfW-Produktseite Altersgerecht Umbauen 455
Der Verlauf erklärt, warum im Netz Widersprüchliches steht: Das Programm war ausgeschöpft, wurde am 8. April 2026 wieder geöffnet und am 31. Juli 2026 erneut gestoppt.
Wenn Sie den Umbau verschieben können und auf neue Mittel warten wollen: Die KfW kündigt Öffnungen kurzfristig an. Planen Sie nicht damit.
KfW-Kredit 159: was von der KfW übrig bleibt
Der Kredit „Altersgerecht Umbauen“ (KfW-Programm 159) ist von der Sperre nicht betroffen. Er finanziert bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Beantragen Sie ihn bei einer Bank oder Sparkasse Ihrer Wahl, bevor Sie den Auftrag vergeben. Als Beginn des Vorhabens zählt für die KfW in der Regel schon der Vertrag mit dem Handwerksbetrieb (Merkblatt 159, Seite 4).
Einen Kredit zahlen Sie zurück. Ein normales Bankdarlehen kann bei ähnlichen Konditionen unkomplizierter sein. Vergleichen Sie, bevor Sie den Weg über die Hausbank gehen.
Für eine Maßnahme, die Sie mit dem Kredit 159 finanzieren, schließt die KfW die Steuerermäßigung nach § 35a EStG aus. Das gilt für die ganze Maßnahme, auch wenn Sie Material und Arbeitskosten getrennt abrechnen (Merkblatt 159, Seite 7).

Wie Sie den Badumbau ohne Zuschuss der Pflegekasse bezahlen, hängt vom Preis ab. Diesen Preis erfahren Sie aus Angeboten, die Sie über unser Angebotsformular anfordern können.
Schwerbehinderung und Grad der Behinderung
Für die Landesprogramme brauchen Sie keinen Pflegegrad. Je nach Land zählt eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 SGB IX, ein Mindestgrad der Behinderung oder gar kein gesundheitlicher Nachweis. Im Saarland genügt auch ein Alter ab 60 Jahren.
In Baden-Württemberg etwa brauchen Sie eine Schwerbehinderung, also einen Grad der Behinderung von mindestens 50. Nachweisen können Sie eine Behinderung je nach Land über den Schwerbehindertenausweis oder ein ärztliches Attest.
Bayern nennt den „Einbau eines behindertengerechten Bades“ ausdrücklich. Es fördert ihn mit einem leistungsfreien Darlehen von höchstens 10.000 Euro, das im Ergebnis wie ein Zuschuss wirkt. Voraussetzung sind eine Behinderung und die Einhaltung einer Einkommensgrenze.
Wird die Wohnung in den fünf Jahren nach dem Umbau nicht mehr von einem Haushalt mit dem begünstigten Menschen bewohnt, ist für jedes volle Kalenderjahr ohne diese Nutzung ein Fünftel des Betrags zurückzuzahlen. Stirbt dieser Mensch oder kann er die Wohnung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzen, kann die Bewilligungsstelle darauf verzichten.
Die Bestimmungen treten mit Ablauf des 31. Dezember 2026 außer Kraft. Quellen: Wohnraumförderungsbestimmungen 2023 (WFB 2023), Nr. 52 bis 56 und 65.1, sowie BayernPortal, Anpassung von Eigenwohnraum
Zusätzlich können Sie Umbaukosten als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG geltend machen, soweit der Umbau durch eine Behinderung bedingt ist (Einkommensteuer-Richtlinien R 33.4 Abs. 5). Mehr dazu im Abschnitt zu den Steuern.
Krankenkasse: Hilfsmittel auf Rezept
Die Krankenkasse zahlt keinen Badumbau. Sie zahlt Hilfsmittel. Der Unterschied entscheidet darüber, an wen Sie sich wenden.
Grundlage ist § 33 Abs. 1 SGB V: Versicherte haben Anspruch auf Hilfsmittel, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen (§ 33 SGB V).
Typische Hilfsmittel im Bad:
- Duschsitze und Duschhocker
- Toilettensitzerhöhungen
- Badewannenlifter
- Haltegriffe, sofern sie als Hilfsmittel gelistet sind

In der Regel brauchen Sie eine ärztliche Verordnung, einen Pflegegrad brauchen Sie nicht. Haben Sie einen Pflegegrad und werden Sie von einem Pflegedienst versorgt oder bekommen Sie Beratungsbesuche, genügt für Hilfsmittel wie einen Duschsitz oder eine Toilettensitzerhöhung auch die Empfehlung einer Pflegefachperson, wenn sie bei der Antragstellung nicht älter als zwei Wochen ist (§ 40 Abs. 6 SGB XI).
Die Zuzahlung beträgt in der Regel 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel, aber nicht mehr als das Hilfsmittel kostet (§ 33 Abs. 8 SGB V in Verbindung mit § 61 SGB V). Ab dem 1. Januar 2027 sind es mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro (BGBl. 2026 I Nr. 228).
Für fest verbaute bauliche Änderungen wie die bodengleiche Dusche oder das Verbreitern der Tür sind dagegen die Pflegekasse oder ein Förderprogramm zuständig.
Ein Grenzfall ist das Dusch-WC: Je nach Ausführung ordnen die Kassen es unterschiedlich zu. Welche Stelle wann zahlt, steht in unserem Ratgeber zur Kostenübernahme beim Dusch-WC.

Landes- und kommunale Förderprogramme
Bis auf Bremen hat jedes Bundesland ein eigenes Förderprogramm, mit dem sich Barrieren in selbst genutztem Wohneigentum abbauen lassen. Die Programme unterscheiden sich stark. In Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sind die geltenden Förderbestimmungen bis zum 31. Dezember 2026 befristet, in Schleswig-Holstein der finanzielle Rahmen des Förderprogramms. Thüringen nimmt seit dem 22. Juni 2026 keine Anträge mehr an. Sachsen-Anhalt nimmt seit dem 1. Oktober 2026 bis auf Weiteres keine neuen Anträge an (Hinweis der Investitionsbank Sachsen-Anhalt).
Fünf Punkte sollten Sie vor dem Antrag klären:
- Zuschuss und Darlehen unterscheiden. Ein Darlehen zahlen Sie grundsätzlich zurück, auch wenn es zinslos ist. Unter Bedingungen erlassen drei Länder einen Teil davon und Bayern das ganze Darlehen. Fragen Sie nach der Förderart, bevor Sie rechnen.
- Die Antragsstelle ist je nach Land verschieden. Mal ist es die Förderbank, mal das Landratsamt, die Stadt oder der Kreis, im Saarland das Sozialministerium. Wo Sie den Antrag stellen, steht in unserer Länderübersicht, die weiter unten in diesem Abschnitt verlinkt ist.
- Wann Sie beginnen dürfen, regelt jedes Land selbst. In Bayern, Hessen und im Saarland zum Beispiel dürfen Sie grundsätzlich erst nach der Bewilligung beginnen, und schon die Unterschrift unter den Auftrag zählt dort als Beginn. Fragen Sie vorher bei der Antragsstelle nach.
- Neun Länder fördern nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe.
- Prüfen Sie, ob das Programm selbst genutztes Wohneigentum fördert. Es gibt auch Programme, die sich nur an Vermieter richten.
Sieben Länder zahlen derzeit einen Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen: Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, das Saarland und Sachsen. Thüringen hat ebenfalls einen Zuschuss, nimmt aber keine Anträge mehr an. Bayern gibt ein leistungsfreies Darlehen. Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geben Darlehen mit Teilerlass. Berlin und Schleswig-Holstein geben Darlehen ohne Erlass. Sachsen-Anhalt hat ebenfalls ein solches Darlehen, nimmt aber derzeit keine neuen Anträge an.
Auch die persönlichen Voraussetzungen unterscheiden sich. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz brauchen Sie keinen gesundheitlichen Nachweis. In Hessen genügt ein Grad der Behinderung ab 50 oder ein Pflegegrad ab 2 (Richtlinie des Landes Hessen vom 14. Dezember 2021 in der Fassung vom 1. September 2023). Sachsen verlangt eine dauerhafte Einschränkung der Beweglichkeit in der Wohnung, zu der eine Beratungsstelle Stellung nimmt.
Gefördert wird der barrierearme Umbau der Wohnung. Das Bad nennen zum Beispiel Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern ausdrücklich (BayernPortal, WIBank, Richtlinie Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 2.2). Schleswig-Holstein fördert bei einem vorhandenen Eigenheim allerdings nur einen Ausbau oder eine Erweiterung mit wesentlichem Bauaufwand, wenn der Wohnraum für einen Haushaltsangehörigen mit Behinderung nicht angemessen ist (Wohnraumförderungsrichtlinien, Nr. 16.1). Ob Ihr Badumbau dazu zählt, beantwortet die Investitionsbank Schleswig-Holstein.
Höchstbeträge und Bedingungen können für das Bad anders sein als für einen Treppenlift. Hessen etwa zahlt für den Badumbau höchstens 5.500 Euro, für den Einbau eines Lifts höchstens 6.500 Euro, jeweils bis zur Hälfte der Kosten (WIBank). Förderart, Voraussetzung, Status und Antragsstelle aller sechzehn Länder stehen in unserer Länderübersicht „Was Ihr Bundesland zahlt“.
Die Tabelle dort ist auf den Treppenlift ausgerichtet. Ein Teil der Beträge gilt nur für den Lift, andere für alle Maßnahmen in der Wohnung zusammen. Nach dem Betrag für Ihr Bad fragen Sie die Antragsstelle Ihres Landes.
Ob noch Geld im Fördertopf ist, sieht man von außen nicht. Erkundigen Sie sich deshalb bei der Antragsstelle, bevor Sie mit dem Geld rechnen. Auch eine Wohnberatungsstelle in Ihrer Nähe kann Ihnen sagen, welche Programme Ihres Landes und Ihrer Gemeinde infrage kommen.
Über unser Formular leiten wir Ihre Anfrage an Fachbetriebe in Ihrer Region weiter, kostenlos und unverbindlich.
Sozialamt, Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung
Neben Pflegekasse und Land kommen für den Badumbau weitere Träger infrage. Welcher zuständig ist, hängt an der Ursache des Bedarfs und daran, wie Sie versichert sind.
| Träger | Zuständig, wenn |
|---|---|
| Sozialamt | Einkommen und Vermögen reichen nicht und kein anderer Träger zahlt. Leistung nach dem SGB XII, nachrangig |
| Berufsgenossenschaft | Der Bedarf beruht auf einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit |
| Deutsche Rentenversicherung | Der Umbau erhält oder stellt die Erwerbsfähigkeit wieder her |
| Beihilfestelle | Bei Beihilfeberechtigten, etwa Beamtinnen und Beamten, ergänzend zur Pflegeversicherung, die dann nur einen Teil zahlt (§ 28 Abs. 2 und § 23 Abs. 3 SGB XI) |
| Private Pflegepflichtversicherung | Sie sind privat pflegeversichert. Maßgeblich ist Ihr Vertrag, der Leistungen vorsehen muss, die denen der gesetzlichen Pflegeversicherung gleichwertig sind (§ 23 Abs. 1 SGB XI) |
Sind Berufsgenossenschaft oder Rentenversicherung zuständig, zahlen sie vor der Pflegekasse. Das Sozialamt kommt erst nach der Pflegekasse an die Reihe (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffern 6.1 bis 6.3). Wer nach einem Arbeitsunfall umbaut, sollte deshalb zuerst die Berufsgenossenschaft anschreiben. Deren Wohnungshilfe ist nicht auf 4.180 Euro begrenzt (§ 41 SGB VII).
Welche Kasse zahlt was?
Sehr viele Menschen suchen nach ihrer eigenen Kasse: nach dem Formular der DAK, der Telefonnummer der AOK, dem Antrag bei der Barmer. Dahinter steckt fast immer dieselbe Unsicherheit.
Die Auflösung in einem Satz: Ihre Pflegekasse sitzt bei Ihrer Krankenkasse. Wer bei der DAK krankenversichert ist, ist bei der Pflegekasse der DAK pflegeversichert. Sie brauchen keine andere Adresse und keinen Wechsel. Sie schreiben Ihre Krankenkasse an und richten den Antrag an die Pflegekasse.
| Ihre Kasse | Für den Badumbau zuständig | Für Hilfsmittel zuständig |
|---|---|---|
| AOK (alle Regionaldirektionen) | Pflegekasse der AOK | AOK |
| Barmer | Pflegekasse der Barmer | Barmer |
| DAK-Gesundheit | Pflegekasse der DAK | DAK |
| Techniker Krankenkasse | Pflegekasse der TK | TK |
| IKK classic, BKK, KKH | jeweils eigene Pflegekasse | dieselbe Kasse |
| Knappschaft | Pflegekasse der Knappschaft | Knappschaft |
| Private Krankenversicherung | private Pflegepflichtversicherung | PKV nach Tarif |
Ein eigenes Formular ist nicht zwingend. Der Antrag kann formlos gestellt werden. Fragen Sie trotzdem nach dem Formular Ihrer Kasse, wenn Sie anrufen.
Die Unterlagen für den Antrag nennt Schritt 4 im Abschnitt „Antrag stellen: Schritt für Schritt“.
Dazu gehört ein Kostenvoranschlag, und dafür reicht das Angebot eines Fachbetriebs.
Welche Maßnahmen beim Badumbau werden gefördert?
Infrage kommen zum Beispiel:
- Austausch der Badewanne gegen eine bodengleiche Dusche
- Verbreitern der Badezimmertür, Entfernen von Schwellen
- Unterfahrbares Waschbecken, höhenverstellbare Armaturen
- Haltegriffe und Stützklappgriffe
- Erhöhtes WC
- Rutschhemmender Bodenbelag
Welche dieser Maßnahmen in Ihrem Bad sinnvoll sind und was sie kosten, haben wir im Ratgeber zum barrierearmen Bad zusammengestellt. Für einen mittleren Umbau mit neuer Dusche, WC, Waschtisch, Boden und Armaturen nennt er 8.000 bis 15.000 Euro.
Fliesenarbeiten werden mitbezahlt, soweit sie durch den Badumbau verursacht sind. Wer die Wanne herausreißt, muss den Boden neu machen, und das gehört zur Maßnahme. Eine Neuverfliesung des ganzen Bades ohne baulichen Zusammenhang gehört nicht dazu.
In der Regel nicht bezuschusst:
- rein optische Modernisierung, neue Fliesen ohne Umbaubezug
- Möbel und lose Ausstattung
- eine normale neue Badewanne
- Whirlpool, Sauna, Komfortausstattung
- Reparaturen und Instandhaltung
- ein Umbau, der schon vor dem Antrag begonnen wurde
Die KfW knüpft ihre Förderung an technische Mindestanforderungen, etwa an Bewegungsflächen, schwellenarme Übergänge und rutschhemmende Beläge. Das gilt auch für den Kredit 159, der weiter Anträge annimmt (Merkblatt 159, Seite 3). Die Anforderungen zum Zuschuss 455-B stellt die KfW auf dessen Produktseite weiter bereit, obwohl das Programm keine Anträge annimmt.
Für die Pflegekasse kommt es darauf an, ob die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung wiederherstellt (§ 40 Abs. 4 SGB XI).
Als eine Maßnahme zählen für die Pflegekasse alle Umbauten, die zum Zeitpunkt der Bewilligung nötig sind.
Antrag stellen: Schritt für Schritt
Stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag vergeben. Die Pflegekassen sehen vor, dass der Antrag mit einem Kostenvoranschlag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffer 7.1 Abs. 1). Die Pflegeversicherung leistet erst ab dem Antrag (§ 33 Abs. 1 Satz 2 SGB XI).
Wer den Auftrag früher vergibt, riskiert deshalb die Ablehnung. Für Landesprogramme gelten eigene Regeln, siehe den Abschnitt zu den Ländern.
1. Anspruch prüfen. Liegt ein Pflegegrad vor? Wenn nein: Ist ein Grad der Behinderung anerkannt oder beantragt? Danach richtet sich, welcher der oben beschriebenen Wege überhaupt offensteht.
2. Kostenvoranschlag einholen. Die Kasse will wissen, was die Maßnahme kostet. Ein Angebot eines Fachbetriebs reicht. Es sollte die einzelnen Arbeiten getrennt ausweisen. Das erleichtert der Kasse die Zuordnung und Ihnen die Begründung. Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region können Sie kostenlos über unser Angebotsformular anfordern.
3. Antrag schreiben. Formlos möglich, oder auf dem Formular Ihrer Kasse.
4. Unterlagen beilegen. Kostenvoranschlag, Nachweis des Pflegegrads, bei baulichen Eingriffen die Zustimmung des Vermieters, wenn Sie zur Miete wohnen.
5. Einreichen. An die Pflegekasse Ihrer Krankenkasse, per Post oder über das Kundenportal.
6. Entscheidung abwarten. Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen nach Eingang Ihres Antrags entscheiden. Holt sie eine Stellungnahme einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes ein, hat sie fünf Wochen Zeit (§ 40 Abs. 7 SGB XI).
Schafft sie das nicht, muss sie Ihnen vor Fristende schriftlich einen hinreichenden Grund dafür nennen. Kommt bis dahin weder ein Bescheid noch eine Mitteilung mit einem solchen Grund, gilt der Zuschuss nach dem Gesetz als genehmigt.
Die Pflegekassen sehen darin zwei Grenzen: Das gilt nur, wenn Ihr Pflegegrad schon festgestellt ist, und daraus folgt keine Erstattung für einen Umbau, den Sie selbst beauftragt haben, bevor die Kasse entschieden hat (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffern 7.1, 9.1 und 9.8). Vergeben Sie den Auftrag deshalb erst, wenn der Bescheid da ist oder die Kasse die Genehmigung schriftlich bestätigt hat.
Wenn Sie privat versichert sind, gilt Ihr Vertrag. Welche Fristen er vorsieht, sagt Ihnen Ihr Versicherer.
Musterantrag und Begründung
Entscheidend ist die Begründung. Die Kasse muss aus Ihrem Antrag erkennen, warum die Maßnahme die Pflege erleichtert, etwa weil Sie die Wanne ohne Hilfe nicht mehr betreten können.
Ein Muster, das Sie anpassen können:
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich einen Zuschuss für eine Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds nach § 40 Abs. 4 SGB XI.
Bei mir ist Pflegegrad 2 anerkannt (Versichertennummer …). Die vorhandene Badewanne hat einen Einstieg von 55 Zentimetern. Ich kann sie ohne Hilfe nicht mehr betreten und bin für die tägliche Körperpflege auf meine Tochter angewiesen.
Durch den Einbau einer bodengleichen Dusche mit Haltegriff und Klappsitz könnte ich mich wieder selbständig waschen. Die häusliche Pflege würde dadurch erheblich erleichtert.
Den Kostenvoranschlag der Firma … über … Euro lege ich bei. Mit dem Umbau beginne ich erst nach Ihrer Bewilligung.
Drei Dinge machen den Unterschied: die konkrete Barriere mit Maßangabe, die Folge für den Alltag und der Satz über den Baubeginn.
Der Link legt eine Kopie in Ihrem eigenen Google-Konto an. Das Original bleibt unverändert, Sie können Ihre Angaben direkt eintragen.
Kostenvoranschlag für Ihr Bad kostenlos anfordern
Bevor Sie den Antrag bei der Pflegekasse stellen, brauchen Sie einen Kostenvoranschlag. Vergeben Sie den Auftrag erst, wenn der Bescheid oder eine schriftliche Bestätigung der Kasse vorliegt.
Auch ohne Zuschuss zeigen Angebote, was der Umbau in Ihrem Bad kostet. Über unseren Angebotsservice für die altersgerechte Badsanierung leiten wir Ihre Anfrage aus dem folgenden Angebotsformular an Fachbetriebe in Ihrer Region weiter. Sie erhalten bis zu drei Angebote, kostenlos und unverbindlich.
Partnerhinweis: Wir leiten Ihre Anfrage an Fachbetriebe weiter und erhalten dafür eine Vergütung. Für Sie entstehen keine Kosten. Bezahlt werden wir für die Weiterleitung, nicht für den Auftrag.
Antrag abgelehnt? So legen Sie Widerspruch ein
Gegen eine Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen.
Mögliche Ablehnungsgründe:
- Die Maßnahme wurde als optische Modernisierung eingestuft.
- Der Zusammenhang zur Pflegeerleichterung war nicht erkennbar.
- Der Umbau hatte schon vor dem Antrag begonnen.
- Unterlagen fehlten, etwa der Kostenvoranschlag.
- Die Kasse sah eine günstigere Alternative, zum Beispiel einen Badewannenlifter statt einer neuen Dusche.
So gehen Sie vor: Sie haben einen Monat ab Zugang des Bescheids Zeit. Den Widerspruch legen Sie schriftlich bei der Pflegekasse ein, oder Sie lassen ihn dort aufschreiben (§ 84 SGG). Begründen Sie ihn und legen Sie nach, was im Erstantrag gefehlt hat. Hilfreich ist eine ärztliche Stellungnahme oder eine Bescheinigung des Pflegedienstes, die den Bedarf bestätigt.
Wenn die Kasse eine günstigere Alternative vorschlägt, gehen Sie darauf ein: Erklären Sie konkret, warum sie im Einzelfall nicht ausreicht. Wird auch der Widerspruch abgelehnt, steht der Weg zum Sozialgericht offen. Das Verfahren ist in der ersten Instanz kostenfrei.
Auch hier legt der Link eine Kopie in Ihrem eigenen Konto an, die Sie anpassen können.
Und wenn der Kostenvoranschlag über dem Höchstbetrag liegt: Das allein ist kein Ablehnungsgrund. Die Kasse kann dann bis zur Obergrenze zuschießen, den Rest tragen Sie selbst.
Wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt, zeigen erst konkrete Angebote.
Steuern: was von der Badsanierung absetzbar bleibt
Zwei Wege stehen nebeneinander. Für dieselben Kosten lässt sich nur einer nutzen.
Handwerkerleistungen nach § 35a EStG. Sie können 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Der Gesetzestext:
„… ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer … um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 1 200 Euro.“
Quelle: § 35a EStG
Drei Bedingungen: Begünstigt sind nur die Arbeitskosten der Rechnung. Die Rechnung muss überwiesen werden, Barzahlung ist ausgeschlossen. Und für eine öffentlich geförderte Maßnahme, für die Sie einen zinsverbilligten Kredit oder einen steuerfreien Zuschuss erhalten, ist die Steuerermäßigung ausgeschlossen (§ 35a Abs. 3 Satz 2 EStG).
Das gilt für die ganze Maßnahme, auch für den Teil der Kosten, den die Förderung nicht abdeckt. Führen Sie getrennte Maßnahmen durch und wird nur eine davon gefördert, bleibt die Ermäßigung für die übrigen möglich (Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 9. November 2016, Randnummern 23 und 24).
Der Zuschuss der Pflegekasse ist zwar steuerfrei. Offen ist aber, ob die Leistung einer Pflegeversicherung eine öffentliche Förderung in diesem Sinn ist. Fragen Sie vor der Steuererklärung beim Finanzamt nach oder lassen Sie sich steuerlich beraten.
Außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG. Soweit der Badumbau durch eine Behinderung bedingt ist, können die Kosten als außergewöhnliche Belastung zählen, auch das Material. Einen Teil davon müssen Sie selbst tragen, die zumutbare Belastung.
Sie liegt zwischen 1 und 7 Prozent der Einkünfte und hängt von deren Höhe, vom Familienstand und von der Zahl der Kinder ab (§ 33 Abs. 3 EStG). Das Finanzamt rechnet sie in Stufen: Jeder Prozentsatz gilt nur für den Teil der Einkünfte, der in seine Stufe fällt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 19. Januar 2017, VI R 75/14).
Sinnvoll ist dieser Weg meist erst bei größeren Summen. Als Nachweis reicht zum Beispiel der Bescheid der Pflegekasse über den Zuschuss oder ein Gutachten des Medizinischen Dienstes (Einkommensteuer-Richtlinien R 33.4 Abs. 5).
Bei der außergewöhnlichen Belastung nach § 33 EStG ziehen Sie Zuschüsse vorher von den Kosten ab, auch einen Zuschuss, mit dem Sie schon rechnen können, der aber erst im folgenden Jahr ausgezahlt wird (Einkommensteuer-Hinweise H 33.1 bis 33.4, Ersatz von dritter Seite).
Ob und in welcher Höhe neben dem Zuschuss der Pflegekasse eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG möglich ist, ist nicht abschließend geklärt, siehe oben. Versteuern müssen Sie den Zuschuss der Pflegekasse nicht (§ 3 Nr. 1 Buchstabe a EStG).
Mieter: was in der Mietwohnung gilt
Auch wenn Sie zur Miete wohnen, kann die Pflegekasse Ihren Badumbau bezuschussen, wie bei jeder anderen Person mit Pflegegrad. Der Zuschuss ist an Ihre Pflegebedürftigkeit geknüpft, gleich wem die Wohnung gehört.
Sie brauchen aber die Zustimmung des Vermieters für bauliche Veränderungen. Nach § 554 BGB können Sie verlangen, dass er Umbauten erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Ablehnen darf er nur, wenn ihm der Umbau auch dann nicht zuzumuten ist, wenn man Ihre Interessen berücksichtigt. Holen Sie die Zustimmung schriftlich ein und legen Sie sie dem Antrag bei.
Klären Sie zugleich, was beim Auszug gilt. Der Vermieter kann einen Rückbau verlangen. Sie können im Zustimmungsschreiben vereinbaren, dass er darauf verzichtet. Wie der Umbau von der Wanne zur Dusche in der Mietwohnung praktisch abläuft, steht in unserem Ratgeber zum Umbau der Badewanne zur Dusche.
Häufige Fragen
Bekomme ich einen Zuschuss ohne Pflegegrad?
Nicht von der Pflegekasse, denn ihren Zuschuss gibt es nur für Pflegebedürftige, also ab Pflegegrad 1 (§ 40 Abs. 4 und § 28a Nr. 4 SGB XI). Offen stehen Ihnen Landesprogramme, in sieben Ländern als Zuschuss, je nach Land mit Bedingungen wie einer Behinderung oder einer Einkommensgrenze. Dazu kommen Hilfsmittel über die Krankenkasse und der Steuerabzug. Der KfW-Zuschuss 455-B nimmt seit dem 31. Juli 2026 keine Anträge mehr an.
Zahlt die Krankenkasse oder die Pflegekasse?
Beide, aber für Verschiedenes. Den baulichen Umbau bezuschusst die Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Hilfsmittel wie Duschsitz oder Toilettensitzerhöhung zahlt die Krankenkasse nach § 33 SGB V auf ärztliche Verordnung. Mit Pflegegrad genügt auch die Empfehlung einer Pflegefachperson, wenn ein Pflegedienst Sie versorgt oder Sie Beratungsbesuche bekommen (§ 40 Abs. 6 SGB XI). Ihre Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt.
Werden Fliesenarbeiten mitbezahlt?
Ja, soweit sie durch den Umbau verursacht sind. Wird die Wanne entfernt und eine bodengleiche Dusche eingebaut, gehören die notwendigen Fliesenarbeiten zur Maßnahme. Eine Neuverfliesung ohne baulichen Zusammenhang wird nicht bezuschusst.
Gibt es die KfW-Förderung 455-B aktuell?
Nein. Die Bundesmittel für 2026 sind ausgeschöpft, seit dem 31. Juli 2026 ist keine Antragstellung mehr möglich. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. Ob 2027 wieder Anträge möglich sind, hängt davon ab, ob der Bund neue Mittel bereitstellt (KfW).
Lassen sich KfW-Förderung und Pflegekassenzuschuss kombinieren?
Nicht für denselben Teil des Umbaus. Für verschiedene Teile mit getrennten Rechnungen ist es möglich, etwa die Dusche über den einen Weg und das Dusch-WC über den anderen (Merkblatt zum KfW-Kredit 159, Seite 7). Solange der KfW-Zuschuss geschlossen ist, stellt sich die Frage praktisch nur beim Kredit 159.
Wie hoch ist der Zuschuss bei zwei pflegebedürftigen Personen?
Bis zu 4.180 Euro je Person, bei zwei Personen also bis zu 8.360 Euro, wenn beide in einer gemeinsamen Wohnung leben (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Für alle zusammen liegt die Obergrenze bei 16.720 Euro je Maßnahme. Jede Person stellt einen eigenen Antrag bei ihrer eigenen Pflegekasse, auch wenn beide bei derselben Kasse versichert sind.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen nach Eingang des Antrags entscheiden, innerhalb von fünf Wochen, wenn sie eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst beteiligt (§ 40 Abs. 7 SGB XI). Teilt sie Ihnen bis dahin keinen hinreichenden Grund für eine Verzögerung schriftlich mit, gilt der Zuschuss als genehmigt. Nach Auffassung der Pflegekassen gilt das nur bei bereits festgestelltem Pflegegrad, und daraus folgt keine Erstattung für einen Umbau, den Sie selbst beauftragt haben, bevor die Kasse entschieden hat (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffern 7.1, 9.1 und 9.8). Vergeben Sie den Auftrag deshalb erst, wenn der Bescheid oder eine schriftliche Bestätigung der Kasse vorliegt. Die Fristen binden nur die gesetzlichen Pflegekassen.
Wird der Zuschuss rückwirkend gezahlt?
Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Die Pflegeversicherung leistet erst ab dem Antrag (§ 33 Abs. 1 Satz 2 SGB XI), und die Pflegekassen sehen vor, dass der Antrag mit einem Kostenvoranschlag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffer 7.1 Abs. 1). Wer schon gebaut hat, riskiert deshalb die Ablehnung. Stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag vergeben, und warten Sie mit dem Auftrag, bis der Bescheid oder eine schriftliche Bestätigung der Kasse vorliegt.
Gibt es eine Einkommensgrenze bei der Pflegekasse?
Nein. Der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI ist einkommensunabhängig. Bei den Landesprogrammen gilt dagegen in neun Ländern eine Einkommensgrenze.
Muss ich den Zuschuss zurückzahlen oder versteuern?
Weder noch. Der Zuschuss der Pflegekasse muss nicht zurückgezahlt werden und ist steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchstabe a EStG). Bei der Steuer spielt er trotzdem eine Rolle: Bei den außergewöhnlichen Belastungen ziehen Sie ihn von den Kosten ab. Ob die Leistung der Pflegeversicherung als öffentliche Förderung gilt und damit die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG ausschließt, ist nicht abschließend geklärt. Fragen Sie dazu Ihr Finanzamt oder lassen Sie sich steuerlich beraten.
Bekomme ich ein zweites Mal einen Zuschuss?
Möglich, wenn sich die Pflegesituation so verändert hat, dass eine weitere Maßnahme nötig wird. Dann kann die Kasse erneut bis zu 4.180 Euro bewilligen (Gemeinsames Rundschreiben der Pflegekassen vom 2. April 2026, Ziffer 4 Abs. 2). Eine Reparatur kann sie nur bezuschussen, soweit vom Höchstbetrag noch etwas übrig ist. Für dieselbe Maßnahme kommt ein neuer Zuschuss nur infrage, wenn sie ganz unbrauchbar geworden ist und ersetzt werden muss (Ziffer 5.2).
Patrick Herr ist Gründer von ‚Altersgerecht Modernisieren‘. Aus einer persönlichen Familiengeschichte heraus entstanden, unterstützt er heute Eigenheimbesitzer dabei, ihr Zuhause zukunftssicher zu gestalten. “Umbauen statt umziehen” lautet sein Motto. Sein Expertenwissen teilt er regelmäßig als Gastautor für renommierte Portale sowie in seinem Fachbuch „Zuhause für immer“.