Treppenlift ohne Pflegegrad: Fördermöglichkeiten für barrierefreies Wohnen

Viele Hausbesitzer träumen davon, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Doch Treppen können mit zunehmendem Alter zur Hürde werden und die Mobilität einschränken. Ein Treppenlift schafft hier Abhilfe und erleichtert das selbstständige Wohnen enorm.

Überraschend für viele: Auch ohne Pflegegrad gibt es für einen Treppenlift zahlreiche Fördermöglichkeiten. Insbesondere die Generation der heute 50-Jährigen sollte sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen.

Wer rechtzeitig plant und die richtigen Schritte unternimmt, profitiert von attraktiven Zuschüssen und Finanzierungshilfen. So lässt sich das Zuhause schon im Vorfeld altersgerecht umgestalten. 

Dieser Ratgeber informiert Sie über staatliche, steuerliche und private Fördermöglichkeiten für einen Treppenlift auch ohne Pflegegrad. Nutzen Sie die Chancen und gestalten Sie Ihr Zuhause barrierefrei für die Rente!

Glückliches Ehepaar sucht im Internet nach Fördermöglichkeiten für den altersgerechten Umbau

Für Schnellleser

  • Mit dem KfW Investitionszuschuss “Altersgerecht Umbauen” können für Einzelumbauten bis zu 2.500€ Förderungen eingefahren werden und wenn beim gesamten Umbau sogar der Standard “Altersgerechtes Haus” eintritt, kann die Förderung bis zu 6.250€ betragen
  • Mit dem Kredit für Modernisierungsmaßnahmen der KfW können Sie einen zinsgünstigen Kredit bis zu 50.000€ erhalten.
  • In besonderen Fällen unterstützt auch die Bundesagentur für Arbeit oder eine Berufsgenossenschaft
  • Auch durch die steuerliche Absetzung der Anschaffungskosten kann man viel sparen

1. Treppenlift fördern lassen: Die KfW-Programme für barrierefreies Wohnen ohne Pflegegrad

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet attraktive Förderprogramme für barrierefreie Umbaumaßnahmen im eigenen Zuhause an – unabhängig von einem Pflegegrad. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, um den Einbau eines Treppenlifts finanziell zu unterstützen:

Investitionszuschuss "Altersgerecht Umbauen"

Das Programm “Barrierereduzierung (Nr. 455-B)” der KfW, gewährt einen Investitionszuschuss von bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit für Maßnahmen zur Barrierereduzierung. Dazu zählt ausdrücklich auch die Installation eines Treppenlifts, Hebe- oder Plattformlifts.

Dabei wird unterschieden zwischen Einzelmaßnahmen und dem Umbau nach dem Standard “Altersgerechtes Haus”.

Die Förderung für Einzelmaßnahmen beträgt 10% der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 2.500 Euro. Wenn ein gesamtheitlicher Umbau in Betracht gezogen wird, dann beträgt die Förderhöhe 12,5% der förderfähigen Summe, maximal jedoch 6.250€.

Antragsberechtigt sind sowohl Eigentümer als auch Mieter von Ein- und Zweifamilienhäusern oder Eigentumswohnungen.

Eine Altersgrenze gibt es übrigens nicht, sodass die Förderung unabhängig vom Alter genutzt werden kann.

Kredit für Modernisierungsmaßnahmen (Nr. 159)

Alternativ oder ergänzend zum Investitionszuschuss kann ein zinsgünstiger KfW Kredit für den barrierefreien Umbau beantragt werden. Dieser fördert neben dem Treppenlift auch weitere Maßnahmen zur Wohnraumanpassung wie z.B. den altersgerechten Badumbau.

Die maximale Kreditsumme beträgt 50.000 Euro bei einem sehr günstigen effektiven Jahreszins. Da sich der Zinssatz ständig ändert, schauen Sie bitte am besten hier bei der entsprechenden KfW Seite vorbei. 

Auch hier gibt es übrigens keine Altersgrenze.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Antragstellung der KfW Fördermaßnahmen

Um die KfW-Förderung für Ihren Treppenlift ohne Pflegegrad zu beantragen, folgen Sie dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Holen Sie sich einen Kostenvoranschlag von Fachfirmen für den Treppenlift und etwaige weitere Maßnahmen ein. Wir empfehlen Ihnen mehrere Angebote einzuholen, damit Sie einen Preisvergleich haben. Auf unserer Serviceseite “Angebote für Treppenlifte” können Sie kostenlos bis zu 3 Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Nähe einholen.
  2. Füllen Sie die Antragsunterlagen für das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ (Nr. 455-B) und/oder den Kredit für Modernisierungsmaßnahmen (Nr. 159) aus.
  3. Reichen Sie die Anträge zusammen mit den Kostenschätzungen bei Ihrer KfW-Hausbank oder online über das KfW-Zuschussportal ein.
  4. Nach Bewilligung können Sie mit den Umbauarbeiten beginnen. Achten Sie darauf, die Rechnungen aufzubewahren.
  5. Reichen Sie nach Abschluss der Maßnahmen die Schlussrechnung bei der KfW ein, um den Investitionszuschuss auszahlen zu lassen.

Beachten Sie, dass die Anträge vor Baubeginn gestellt werden müssen. Bei Fragen steht Ihnen die KfW-Beraterhotline gerne zur Verfügung.

2. Weitere Fördermöglichkeiten für einen Treppenlift ohne Pflegegrad

Neben staatlichen Programmen wie der KfW-Förderung gibt es noch andere Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für die Anschaffung eines Treppenlifts zu erhalten – auch ohne Pflegegrad.

Berufsgenossenschaften

Je nach Branche und früherem Arbeitgeber können Berufsgenossenschaften einen Zuschuss für den Treppenlift gewähren. Dies gilt insbesondere, wenn die Maßnahme zur Unfallverhütung oder Rehabilitation nach einem Arbeitsunfall dient.

Die Höhe und Voraussetzungen für eine solche Förderung sind unterschiedlich geregelt. Es lohnt sich, bei der zuständigen Berufsgenossenschaft nachzufragen und einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen.

Bundesagentur für Arbeit

Bei der Bundesagentur für Arbeit können Sie in bestimmten Fällen einen Zuschuss für Einzelmaßnahmen wie bspw. für einen Treppenlift beantragen. Dies betrifft vor allem Personen mit geringem Einkommen oder Arbeitslose.

Die Förderung dient der Erhaltung der Mobilität und Selbstständigkeit im Haushalt. Die Bewilligung erfolgt nach einer Einzelfallprüfung und hängt von der jeweiligen Situation ab. 

Weitere Informationen zur Beantragung erhalten Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

3. Treppenlift steuerlich absetzen als weitere Instanz der “Förderung” nutzen

Neben Förderungen kann ein Treppenlift auch steuerlich abgesetzt werden. Das gilt  natürlich auch für Personen ohne Pflegegrad.

Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Medizinische Notwendigkeit: Sie benötigen ein ärztliches Attest, das die Notwendigkeit des Treppenlifts aus gesundheitlichen Gründen bescheinigt. Ein Attest des Hausarztes reicht hierfür aus.

  2. Kosten überschreiten zumutbare Belastung: Die Kosten für Anschaffung, Einbau und ggf. Reparaturen des Treppenlifts müssen die für Sie zumutbare Belastungsgrenze (zwischen 1-7% des Jahreseinkommens) übersteigen.

  3. Angabe in der Steuererklärung: Geben Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung unter „Außergewöhnliche Belastungen“ die gesamten Kosten für den Treppenlift an. 

Die Kosten für den Treppenlift können nur im Jahr der Anschaffung steuerlich geltend gemacht werden, eine Verteilung auf mehrere Jahre ist nicht möglich.

Neben den Anschaffungskosten können auch Ausgaben für Montage, Reparaturen und eventuell benötigte Haushaltshilfen unter „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ angegeben werden.

Durch die steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung lässt sich oft eine beträchtliche Kostenersparnis erzielen. 

Für detaillierte Informationen schauen Sie bitte bei unserem Ratgeberartikel “Treppenlift steuerlich absetzen” vorbei.

Häufige Fragen zum Thema Treppenlift ohne Pflegegrad (FAQ)

Ja, es gibt verschiedene Förderwege, um die Kosten für einen Treppenlift ohne Pflegegrad zu unterstützen. Die wichtigsten sind die KfW-Förderprogramme, steuerliche Erleichterungen sowie Zuschüsse von Berufsgenossenschaften und Sozialämtern.

Die KfW bietet den Investitionszuschuss „Altersgerecht Umbauen“ mit bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit sowie zinsgünstige Kredite für Modernisierungsmaßnahmen wie den Treppenlifteinbau an. Die Förderung ist unabhängig vom Alter oder Pflegegrad.

Ja, Sie können mehrere Punkte miteinander kombinieren. Beispielsweise die beiden genannten KfW Maßnahmen in Kombination mit der Steuererleichterung.

Bildquellen:

  • Titelbild: Glückliches Ehepaar sucht im Internet nach Fördermöglichkeiten für den altersgerechten Umbau  – Quelle: Pexels